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| USG Babylon Nr. 29 |
02.03.09 |
| Offizielles Publikationsorgan der USG AG zur Lösung nachbabylonischer Sprachprobleme |
Direkt von der Sprachenfront:
Neues, Witziges, Unglaubliches und Bösartiges |
Guten Tag liebe Leser
Das ist der etwas andere Newsletter der USG AG, direkt von der Sprachenfront.
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ACHTUNG ABMELDEN |
| Die Sprache der Mächtigen (Fortsetzung) |
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Nach den Euphemismen (siehe Newsletter Nr. 27) kommen wir nun zu der nonverbalen Sprache der Macht. Nicht alle Menschen sind gleich. Einige sind gleicher, wie Hannibal Gaddafi den Schweizer Richtern und Politikern beweist. In der Schweiz gab es letztens zwei Tage U-Haft für ihn und seine hochschwangere Frau, weil das Paar ihre beiden Hausangestellten misshandelt haben soll. Das wiederum belastet die libysch-schweizerischen Beziehungen: Die Öllieferungen sollen gestoppt und das Geld von den Schweizer Banken abgezogen werden, und jetzt kommts: Der Bundesrat mit Frau Calmy-Rey macht einen ganz tiefen Hofknicks vor Hannibals despotischem Papa in Libyen, weil der grosse Wüstenchef auch noch gleich zwei unbescholtene Schweizer Geschäftsleute einsperren liess. Retorsionsmassnahmen nennen das die Verantwortlichen der Lockerbie-Affäre. Und was ist die Moral der Geschichte? Sämtliche Anklagepunkte gegen Gaddhafis Sohn werden fallen gelassen. Offenbar schmiert Öl immer noch am besten. Als Übersetzer sind wir weder Diplomaten noch Richter noch Politiker sondern Menschen, die denken, dass man Probleme auch verbal lösen kann. Wir übersetzen übrigens 33 Weltsprachen ins Arabische.
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| Kaminskis-Klartext 1. Folge: Teuschtum |
Es ist an der Zeit mal etwas Gutes über die Deutschen zu sagen. Seit dem Film über Stauffenberg weiss die ganze Welt, dass nicht alle Deutschen Nazis und Judenhasser waren. Laut einer Umfrage von BBC ist Deutschland wieder das beliebteste Land der Welt, wenn da nicht die Sache mit Papst Benedikt wäre, der leider das Bild vom guten Deutschen wieder relativiert.
Ja, wir Deutschen sind wohl DIE einzige Nation der Welt, die sich fragt, wenn in Frankfurt ein Schaffner zusammengeschlagen wird, wie es denn wohl dem Täter gehe und ob dieser nicht doch eine schwere Kindheit gehabt hätte. Ja, wir trennen unseren Müll (da werden wir nur noch von den Eidgenossen übertroffen), wir lassen uns vom Finanzamt ausrauben ohne zu mucken und von Ausländern den Dativ retten: „Siehssu dem Tuss?“ („Siehst du die junge Frau dort?“). Aber auch die typischen Phrasen, die an fast jedes Satzende gehängt werden, regen niemanden mehr auf: „Weisstu, Alder, isch schwör“ oder „weisstu, wie isch mein!“. Gesteigert wird das nur noch mit den Fernsehshows, in welchen sich die Moderatoren schon begrüssen mit: „Na wie geht’s den so, du alte Schwuchtel?“ |

Frederic-Joachim Kaminski
Mag. thel./rhet., Bereichsleiter Deutschland
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| Ich, Frederic Kaminski, meine, wir brauchen weder einen kirchlichen Gnadenakt in Richtung Vorvorgestern noch räuberische Finanzämter! Was wir brauchen, ist wieder etwas mehr Selbstbewusstsein und etwas mehr Achtsamkeit und Stolz in Bezug auf unsere Spitzenprodukte und unsere Sprache. Beides können wir problemlos in unsere Nachbarländer exportieren, wenn Sie mit mir, resp. der USG AG, arbeiten und Ihr gutes Deutsch in makelloses Französisch, Italienisch, Russisch, Arabisch, Türkisch oder eine der vielen EU-Sprachen übersetzen lassen. Ja, wir, die USG, übersetzen ausser in „Teutsch“ in 33 andere Sprachen fehler- und akzentfrei: www.usg-stuttgart.de. |
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Machen Sie was aus sich in der Krise!
Werden Sie Bachelor oder machen Sie den Master! |
Jammern gilt nicht, Leute: Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt! Aus diesem Grund erklären wir Ihnen die wichtigsten Schlagwörter und Begriffe:
BoK: das ist das Kürzel für „Bock haben auf berufsfeldorientierte Kompetenzen“. Ob nach so einem obligatorischen Studienblock dann die Studenten tatsächlich besser praxis- und problemorientiert arbeiten können, steht dann im
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Diploma Supplement-Dokument: Dieses Dokument wird zusammen mit dem Abschlusszeugnis abgegeben und beschreibt die im Studium vermittelte Qualifikation so, dass zukünftige Arbeitgeber oder aber ausländische Hochschulen etwas damit anfangen können. Entscheiden tut das dann allerdings nach Meinung der Bologna-Deklaration die:
Employability: das heisst frei übersetzt die „Beschäftigunsfähigkeit“. Damit sollen sich die Studenten auf dem freien Arbeitsmarkt behaupten können, vorausgesetzt sie sind mobil, flexibel und billig und der Arbeitgeber will sie haben. Also alles wie gehabt! Wer’s genau wissen will, geht auf . Die nette Dame sagt Ihnen dann ganz klar, wie „employabel“ Sie sind.
ECTS/Credit: Nein, keine Angst, das sind diesmal keine faulen Kredite bei Banken, sondern Auszeichnungen für fleissige Studenten, die regelmässig die Schulbank, sprich „Module“ statt die Mensa, gedrückt haben. Ein „European Credit Transfer System-Punkt“ entspricht 30 Stunden Arbeit. Für den Bachelorabschluss braucht es 180 bis 240 Credits oder 700 bis 900 Tage Aufwand. Das soll dann in ganz Europa gleich angewendet werden. Zum Teufel mit der 36-Stunden-Woche!
Workload: Im Gegensatz zu den Semesterwochenstunden, wird der Arbeitsaufwand für das gesamte Studienpensum berücksichtigt. Er bildet die Grundlage von Credits zu Modulen bzw. Lehrveranstaltungen und setzt sich zusammen aus Kontaktzeit und Selbststudium.
Kontaktzeit: Die Vermittlung von Wissen mit Hilfe einer Lehrkraft wird so bezeichnet.
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