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| USG Babylon Nr. 24 |
03.11.08 |
| Offizielles Publikationsorgan der USG AG zur Lösung nachbabylonischer Sprachprobleme |
Direkt von der Sprachenfront:
Neues, Witziges, Unglaubliches und Bösartiges |
Guten Tag liebe Leser
Das ist der etwas andere Newsletter der USG AG, direkt von der Sprachenfront.
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ACHTUNG ABMELDEN |
| Zen-Banking oder die Anarchie der Enthemmten |
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Ihre Mitglieder leben im Hier und Jetzt. Keiner fragt nach dem Morgen. Einer leiht dem anderen Geld, das er nicht hat, sondern sich bei einem Dritten besorgt, der wiederum versprochen hat, es von einem Vierten zu holen, bis der Letzte es direkt aus dem Nirwana, der absoluten Leere herausholt. Im Gegensatz zu Zen-Buddhisten haben aber Zen-Banker mehr Wünsche als es Dollarscheine gibt. Und die intelligentesten unter ihnen wussten schon lange, dass sich ein gerüttelt Mass an Unterdeckung nicht vermeiden lässt. Die Idee des Kapitalismus ohne Kapital hätte selbst Karl Marx aus dem Grab geholt. Denn die kühne Idee der Zen-Banker konnte sich ja nicht ewig aus der Leere speisen. Und sie funktionierte nur so lange gut, als dass es Gläubige gab, die an dieses jenseitige Eldorado glaubten. Nachdem aber die erste leere Blase platzte (drei der grössten US-Investmentbanken stehen seit kurzem unter staatlicher Verwaltung), gab es den grossen "Kawumm", und der krachte bis nach Europa.
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Nun wird fieberhaft nach dem Schuldigen gesucht. Die einen sagen, es sei Bush persönlich. Die andern sagen, es seien die enthemmten Zocker in den Chefetagen der Banken. Und die Dritten schliesslich, also diejenigen, die sich ihre Häuser und Immobilien haben finanzieren lassen, die Privathaushalte, finden in den Wall-Street-Bankern nicht nur ihr Zerr-, sondern ihr eigenes Spiegelbild. Dorian Grey lässt grüssen. Diese Dritten, von den Bankern "NINA" (no income no asset) genannt, zeigen nun mit dem Finger auf die Geldverleiher und waschen Al Bundy gleich ihre Hände in Unschuld. Diese vorsätzliche Sorglosigkeit lustvoller Verschwendung ist die oberste Maxime der enthemmten Gier, die sich "American way of life" nennt. Die Zeche bezahlen hier wie drüben die Dummen. Menschen, die es mit ehrlicher Arbeit nie zu einem Märchenschloss in Southampton bringen werden, um im Jargon der Zen-Banker zu bleiben.
Ja, und was hat das bitteschön mit Sprache oder Übersetzungen zu tun, werden Sie sich nun fragen? Darauf können nur wir antworten: Stellen Sie sich eine Sprache ohne Worte vor. Eine Grammatik ohne Regeln. Eine Interpunktion ohne Sätze. Worte ohne Buchstaben. Kurz: Wir sind keine Richter und keine Zen-Schreiber. Wir übersetzen finanztechnische und juristische Texte ins Amerikanisch-Englische und ins Britisch-Englische. Aber wir denken mit, wenn es ums Übersetzen geht - und das in 33 Sprachen, damit Karl Marx ruhig weiterschlafen kann.
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Vom Dusel zum Vollhorst
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Oder lassma Historie machen: Ein Dusel mutierte in den 70ern zum Heini, der ganz langsam über den Dummbatzen zum Hirni und Nullchecker wurde, bis er dann zur Jahrtausendwende zum Loser und Vollhorst morphte.
Bei Luther war eine Frau noch ein Wib (Weib). In den 30ern wurde daraus die Maus, die sich bei der Beatles-Generation in die Biene verwandelte. Aus der Biene wurde in der nächsten Generation die Puppe, die sich in den 90ern als Braut entpuppte und heute als Chick ein globales Dasein fristet.
Der Urgrossvater posierte noch vor den Grazien. Al Capone hätte in Deutschland vor der Flamme gebalzt.
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Die Elvisjünger waren am Miezen aufreissen, während man zu Prince-Sound Bräute anmachte. Was wiederum durch anbaggern oder sich ranschmeissen gesteigert werden konnte. Heute ist man ganz unromantisch am Scannen, gleichgültig ob Keule oder Honk.
Was nach Goethe noch impertinent war, wurde vor dem zweiten Weltkrieg zu gemein, mies und scheusslich. Die 68er nannten es bescheuert oder vergammelt, dann wurde es fies bis ätzend, schliesslich beknackt und abgefuckt und heute ist alles nur noch pissig.
Aus flott wurde dufte und hip. Danach war alles astrein, galaktisch oder affengeil bis es cool, krass, ultrakrass und verschärft wurde. Und heute? Heute ist alles endgeil!
Ach ja, mehr zu diesem Thema gibt's unter www.kiezdeutsch.de
Und mehr zum Thema "ultrakorrektes Deutsch" gibt's unter
www.usg.ch
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Schweizer sind cool
oder unser System ist einfach intelligenter. Oder?  |
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Was wäre passiert, wenn unser Bundesrat, von der Stellenbesetzung im Eidgenössischen Departement für Verteidigung bereits überfordert, im Sog von Sarkozy, Merkel, Steinbrück und Co. ebenfalls ordnungspolitische Paraden entwickelt hätte? Dann wäre nicht nur die UBS in den Genuss einer Staatsgarantie (von 60 Milliarden Franken!) gekommen, sondern auch der grosse Rest der Banken- und Versicherungsinstitute. Nur die Realwirtschaft hätte dann wieder einmal mehr in den Tisch gebissen. Oder?
Gott sei Dank ist Bern eine Insel! Die Coolness, mit der die Bundesräte auf die Banken-, Börsen- und Wirtschafts-Erschütterung der letzen Wochen reagierten, ist mit Sicherheit Resultat unseres hervorragend abgefederten politischen Systems, das glücklicherweise intelligenter ist als die Leute, die es verwalten.
Dabei würde es vollends genügen, den Franken weicher zu machen, statt die Gehirne; die Zinsen schneller zu senken als die Europäer; die absurd hohen Schweizer Schutzzölle zu senken, um so die Inflation zu bekämpfen. Parallelimporte zuzulassen und ein energisches weil sozialverträgliches Energiesanierungs-Kostenprogramm zu lancieren, damit endlich etwas für die Realwirtschaft und damit für den "Mann von der Strasse" getan würde. Aber jetzt ist es gewiss: Mehr Staat macht noch mehr Freude - jedenfalls an der Börse!
Auch wir im Übersetzungsbereich lernen daraus und plädieren für die Deregulierung der Sprachmisswirtschaft. Kurz: Wer uns heute einen Text zur Uebersetzung in eine unserer 33 Sprachen sendet, bekommt total 15 % Rabatt als einmalige Kapital-think-positiv-Spritze geschenkt, aufgeteilt in 5 % Dereglierungsrabatt plus 5 % Inflationsrabatt plus 5 % sozialverträglichen Umweltrabatt. Was aber seit der Suprimekrise längst überfällig war. Eigentlich. Aber sagen Sie das bitte nicht weiter, die USG ist auch nur eine Insel!
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Editorial:
Hier stellt sich Adrian Peter, der Schreiber des "USG Babylon" vor:
"Grüezi mitenand!"
Adrian Peter hat mit 25 Jahren die USG gegründet! Danach ist er nach Deutschland gezogen, wo er als Creative Director in Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf internationale Agenturen leitete.
Zurzeit lebt er mit seiner Familie in Bern und denkt über eine USG-Filiale im Raum Stuttgart nach. Schwerpunkt dieses Büros soll der B-to-B-Bereich werden: namentlich in Maschinentechnik, Fördertechnik, Medizinaltechnik, Computertechnik, Automatisierungstechnik & Roboter, Numerische Steuerungen & Werkzeugmaschinen, Apparatebau und Befestigungstechnik. |
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Aber auch in den Bereichen Finanz- und Versicherungstechnik gehört die USG zu den führenden Schweizer Übersetzungsunternehmen. Und dank seiner Erfahrung im Bereich Kommunikation, arbeiten bei der USG festangestellte Texter in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Peter und das USG-Team übersetzen mit 100 Mitarbeitern in alle EU-Sprachen, sowie Arabisch, Japanisch, Chinesisch und Russisch.
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