Direkt von der Sprachenfront:
Neues, Witziges, Unglaubliches und Bösartiges
Guten Tag liebe Leser
Das ist der etwas andere Newsletter der USG AG, direkt von der Sprachenfront.
ACHTUNG ABMELDEN
Unlguailbch, was mcaht Ihr Hrin da grdaee?
Wuarm knan fsat jdeer deesin Staz onhe Pleorbme lseen, ohowbl, assuer dem etresn und leztetn, alle Bstubahcen eneis Wroets veutrashct wduren? Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien, und du knasnt es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dseahlb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs. Smtimt's?
Und das funktioniert sogar in einer Fremdsprache: weil wir in Wortbildern lesen. Unglaublich, aber wahr, und es funktioniert auch in Englisch: "Fi yuo cna raed tihs, yuo hvae a sgtrane mnid too. Cna yuo raed tihs? Olny 55 plepoe out of 100 can."
Auch wenn wir einfach alle Vokale mit "x" ersetzen, das Gehirn richtet es wieder: Nxchmxls, xs xst vxrrxckt, xbxr dxs Gxhxrn mxcht xs wxxder rxchtxg! Nr wnn wr Bchstbn wglssn wrd s krtsch. Selbst wenn wir alle Worte aneinanderreihen, versteht man den Text: NatürlichkannmansoschreibendassmankeineLeerzeichenmacht.UndmankanndasGanzeauchlesen.
Kleine Steigerung gefällig? Prima! Dann gilt a = i, e = a, i = o, o = u und u = e. Bitte prägen Sie sich das gut ein und lesen Sie dann den folgenden Text: "Woa kinnst de dis lasan? As word vun illen Motgloadarn arwirtat, doasa Rochtlonoan ze bafulgan". Genial, nicht? Tönt wie Oberbayrisch und bleibt doch verständlich.
Heute erzählen wir Ihnen was vom Pferd.
Aber wir erzählen Ihnen weder Lügen noch von trojanischen Pferden: Ein Pferd ist für uns Deutschsprachige je nach den Eigenschaften, um die es geht, Hengst, Stute oder Wallach; Ross, Renner, Mähre oder Gaul; Schimmel, Rappe oder Falbe; Kaltblut, Halbblut oder Vollblut. Den alten Römern andererseits, welche die Pferde weniger liebten als die Germanen, genügten zwei Begriffe: "equus" und "equa". Die Franzosen halten es mehr mit den Römern und brauchen heute fast nur noch einen Begriff: "cheval" und ab und zu noch "équidé" oder "étalon". Und von unseren Übersetzern wissen wir, dass sie dieses subtile Wissen über Pferde in allen 33 Sprachen, in die wir übersetzen, beherrschen. Das macht den kleinen aber feinen Unterschied aus. Denn in jeder Sprache gibt es eine Anzahl Wörter, denen andere Sprachen nichts Entsprechendes entgegenzuhalten haben:
Die Möbel zum Sitzen und Liegen heissen im Englischen beispielsweise stool, chair, armchair, form, chesterfield, bank, settle, divan, sofa, couch, ottoman, fauteuil. Im Deutschen gibt es: Stuhl, Sessel, Schemel, Hocker, Bank, Sofa, Liegestuhl und Liegelang. Aber keineswegs entspricht jedes deutsche Wort einem englischen. Der Engländer macht da feinere Unterschiede als der Deutsche. Bequemlichkeit geht ihm über alles. Andere Beispiele für übersetzerische Dilemmas gefällig? Versuchen Sie mal den deutschen Begriff "erleben" ins Französische oder Italienische zu übersetzen. Oder umgekehrt das Wort "frivolité" aus dem Französischen ins Deutsche zu übertragen.
In solchen Momenten ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn mit Übersetzen allein ist es nicht getan. Der Übersetzer muss wissen, was der Verfasser tatsächlich meint. Er muss die unsichtbare Handschrift aufspüren, die der Autor auf jeder Seite und in jedem Wort zurücklässt, um diese dann in die andere Sprache zu übertragen. Das Wesen der Sprache liegt nämlich nicht nur in der Grammatik. Dieses Wissen um die verborgene Lebenskraft der Sprache, um dieses Wissen geht es hier. Unsere Übersetzer bringen Weisse dazu Schwarze zu lesen. Sie schaffen es, dass sich Gläubige mit Ungläubigen und Frauen mit Männern beschäftigen und umgekehrt. Sie sorgen dafür, dass man in Saudi-Arabien die Bedienungsanweisung eines japanischen Sony TV-Geräts richtig versteht. Und dass sogar Franzosen Schweizer Käse essen. Seit 28 Jahren übertragen wir anderes Kulturgut ohne zu verurteilen, zu spotten oder zu kritisieren. Denn wir sind weder Richter noch Pferdehändler, sondern Übersetzer.
Kunterbunte Kommunikation
Wenn es nach Lee Freedman ginge, würde die Typografie abgeschafft: Sein neues E-Mail-Alphabet besteht aus Farben statt Buchstaben und heisst "Kromofons".
Jeder Buchstabe des englischen Alphabets wird dabei von einer speziellen Farbe repräsentiert. Was im normalen Alphabet Buchstaben sind, heisst bei Freedman "Kromofons". Das Konzept ist einfach: Der Buchstabe "a" wird durch ein helles Gelb repräsentiert, "b" ein Hellblau, "c" Hellrosa und so weiter. Schwachpunkt des Systems sind die sich ähnelnden Farben der Buchstaben. Freedman sieht in seiner Idee mehr als nur ein Kinderspielzeug: "Das Konzept kann die Denkweise der Menschen verändern. Schrift und Wissensverarbeitung werden dadurch dynamischer. Die Einsatzmöglichkeiten des Farbalphabets sind praktisch unendlich." Er sieht bereits farbige Liedtexte als Videountermalung voraus. Ja, und E-Mails heissen jetzt natürlich K-Mails. Ausprobieren kostet nichts: www.kfons.com. Aber solange sich dieses legasthenikersichere kunterbunte Alphabet nicht durchgesetzt hat, gibt es die USG AG mit Ihren 95 Leuten, die zwar immer noch schwarz auf weiss schreiben, aber das in 33 Sprachen fehlerfrei: www.usg.ch.
Proooost auf die drei Gewinner!
Im letzten Newsletter (Nr. 16) haben wir die Heimat und den Namen des Tieres gesucht, das "Waff, Waff" macht! Nun stehen die Sieger fest:
Je eine Magnumflasche Bordeaux "Pontet-Canet 2001" haben Frau Chris Keutmann-Wohlthat in Deutschland und die Herren Markus Hächler und René Flühmann gewonnen.
Und das sind die drei Beiträge:
Cani cleffanti (Chris Keutmann-Wohlthat)
Ich fürchte, die Heimat des Tieres, das "Waff, Waff" macht, ist Deutschland - genauer der Schoß der R. A. F.
Es handelt sich um den inneren Schweinehund der RAF, und er sprach seine Meldung ursprünglich völlig korrekt RAF, RAF oder situationsangepasst auch RRRAFF, RRRAFF aus.
Da das alles lange her ist und seine Herrchen und Frauchen sich auf unterschiedlichste Art von ihm distanziert haben, leidet er an völliger Unterfütterung und trostloser Überalterung, kurz er hat keinen Biss mehr, die Zähne sind ihm ausgefallen (Skorbut + Alter), heraus kommt nur noch "Waff, Waff".
Versucht's mal ....
Waff-waff (Markus Hächler, Inselspital)
"Waff, waff" ist die deutsche Umschreibung des amerikanischen "wuff, wuff". Urheber dieses Lauts ist - nomen est omen - der ehemalige UBS-CEO Peter Wuffli (in der Schweiz enden bekanntlich alle Nachnamen im Diminutiv), der sein Geschäftli bis Ende Juni 2007 machen durfte und danach in die Wüste geospelt wurde (wäre auch ein schöner Kandidat fürs Unwort des Jahres gewesen).
In der Literatur erstmals nachgewiesen ist "waff, waff" in der amerikanischen Ausgabe von "Astérix chez les Helvètes", wo bekanntlich das Bankgeheimnis eine wichtige Rolle spielt. Mit der US-Hypothekarkrise ist der kanide Ausruf jüngst wieder ins Ursprungsland zurückgespült worden. Wie schon der Kommunikationsforscher Marshall McLuhan (1911-1980) feststellte: Die Welt ist ein Dorf.
Mit freundlichen Grüssen von der Insel der Sprachseligen
Ich glaub ein Schwein pfeift (René Flühmann, Aare Seeland mobil AG)
die lösung liegt auf der hand:
bei waff, waff kann es sich nur um deutsche schweine handeln! abgeleitet von werner beinhart "du hast ja ener an der waffel) haben die deutschen schweine die kurzform "waff, waff" entwickelt!
Editorial
Die Übersetzungs-Service USG AG.
Unsere Übersetzerinnen und Übersetzer arbeiten immer noch mit dem Kopf, dies in mehr als 33 Sprachen weltweit und in allen erdenklichen Bereichen: Ob Werbebroschüre, Homepage oder technisches Handbuch, Jahresbericht oder Polizeirapport, Anlageprodukt oder Versicherungsvertrag, ja auch der Liebesbrief und das Scheidungsurteil sind bei uns in besten Händen.