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| USG Babylon Nr. 9 |
02.08.07 |
| Offizielles Publikationsorgan der USG AG zur Lösung nachbabylonischer Sprachprobleme |
Direkt von der Sprachenfront:
Neues, Witziges, Unglaubliches und Bösartiges |
Guten Tag liebe Leser
Das ist der etwas andere Newsletter der USG AG, direkt von der Sprachenfront.
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ACHTUNG ABMELDEN |
Sprachsexistische Seifenblasen:
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Zugegeben, das Fräulein ist tot. Ausgenommen in der Beiz: da hat noch nie jemand nach der "Kellnerin" geschrien, wenn er die Rechung wollte. Aber Hand aufs Herz: Die Banalität, mit der einige Schreiber ihr Bewusstsein von der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen vorzeigen, nimmt oft groteske Züge an. Ein Beispiel?
"In bestimmten Situationen haben Patient/in und Arzt/Aerztin natürlich keine Wahl, zum Beispiel bei einer Notfallbehandlung eines/einer Bewusstlosen."
Der Irrtum beginnt damit, dass man das biologische Geschlecht mit dem grammatischen Genus gleichsetzen möchte. Doch es gibt drei Genera (Maskulinum, Femininum und Neutrum), aber bloss zwei Geschlechter. Zudem wird auch allem Ungeschlechtlichen ebenfalls einer dieser drei Genera zugeordnet: der Ofen, die Wolke oder das Fass.Der grammatische Genus wird also sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich verwendet. Aber damit nicht genug: Alle drei grammatischen Genera haben auch eine übergeschlechtliche Bedeutung - als Androgynum. So kann z.B. die Person, der Mensch oder das Kind männlich oder weiblich sein.
Ein Mensch, der liest, ist ein Leser. Einer der singt, ein Sänger und einer, der arbeitet, ein Arbeiter. Die Doppelnennung von Funktionsträgern ist gegenstandslos, wenn man erkennt, dass die drei Genera eine übergeschlechtliche Funktion haben. Unter Geschwistern kommen ja auch Brüder vor. Oder? Sonst könnte es zu Peinlichkeiten kommen wie:
Frau Dreyfuss ist die hundertste Bundesrätin. Oder der arme Friedensrichter, der ein streitendes Paar ermahnen sollte: "Als Eheleute seid ihr nicht Gegner, sondern Partner, ja Freunde". Selbst einfache Wahrheiten wie "Liebe deinen Nächsten" werden zu sprachlichen Seifenblasen: "Liebe deinen Nächsten und deine Nächste!"
Gewiss: Auf Einladungen oder in Anreden ist es heute sicher angezeigt, beide Geschlechter anzusprechen und beide Formen auszuschreiben. Darüber hinaus sollte man aber den Mut aufbringen, die sprachliche Effizienz und Eleganz zu bewahren. Sprache soll nicht zur Schreibe verkommen. Also, Männer und Frauen, Übersetzerinnen und Übersetzer, Kunden und Kundinnen: mehr Mut zu mehr Stil! Und und nicht nicht alle alle und und alles alles doppelt doppelt erwähnen erwähnen!! |
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| Verbale Unterschiede: |
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| Am meisten Verben aller Sprachen überhaupt hat das Französische. 8466 hat man gezählt. Und am wenigsten Verben besitzt das Albanische, nur 20 Stück sollen es sein. Da geht es bei den deutschen Verben mit ein bisschen Fantasie wesentlich einfacher: "amseln, drosseln, finken, staren, sachsen, göttingen, tübingen, usw." |
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| Editorial: |
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