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| USGs Babylon Nr. 40 |
02.02.10 |
| Offizielles Publikationsorgan der USG AG zur Lösung nachbabylonischer Sprachprobleme |
Direkt von der Sprachenfront:
Neues, Witziges, Unglaubliches und Bösartiges |
Guten Tag liebe Leser
Das ist der etwas andere Newsletter der USG AG, direkt von der Sprachenfront.
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ACHTUNG ABMELDEN |
| Hefe fürs Gehirn |
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Thomas Brunnschweiler ist Meister. Grossmeister des Anagramms. Und seine Sprachspiele sind heitere Einsichten ins Leben. Ein Anagramm entsteht durch die Umstellung der Buchstaben in einem Wort oder einem Satz, ohne dass Art und Zahl der Lettern verändert werden. Eine Revolte im Reich der Zeichen, und das geht so, wenn Thomas Brunnschweiler 15 Zeilen lang die gleichen Buchstaben verwendet. Die Dadaisten hätten vor Freude geweint, doch sie sind tot:
Zum Glück bin ich am Leben
Ich bummle zu Nebel nackig,
ich lebe Bummel nun zackig.
Manch buckeligem Bünzli
Klemme ich in Club Zunge ab.
Ich gucke Album neben Milz.
Ich begann im Club, melke zu
männlichem Zebu bucklig.
Ich zucke neben Gummiball,
ich zeuge BBC-Mumienknall,
lache zum Genick, bin Blume,
ich gab Bullen Zickenmume.
Ich necke Bummelzug in Alb,
zeige Bummel chic nun Kalb.
Ich buckle mal zum Gin eben,
zum Glück bin ich am Leben.
Ach ja, und wer noch mehr von Thomas Brunnschweiler lesen will: Im Verlag Wallimann gibt es die „AlltagsWorte“ (120 S., CHF 23.–) und die ersten fünf, die uns ein selbstverfasstes Anagramm senden, bekommen den Brunnschweiler-Band umsonst!
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Blattschuss:
(Von Wirtschaft und Business)
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Die neue Rubrik unseres Babylon Newsletters heisst „Blattschuss“ und kommt aus der Feder von Dr. Armin H. Kutscher. Sie erscheint jeden zweiten Monat und soll unsere Leser, die mit beiden Füssen in der Businesswelt stehen, auf kluge und humorvolle Weise zum Denken anstossen und zum kritischen Hinterfragen aller Theorien, Philosophien und Statistiken bringen, mit denen so gerne gemogelt wird.
Armin Kutscher ist Theologe. Er leitet das "forum für kommunikation & unternehmensethik" in Tübingen. Die Themen Corporate Governance und Unternehmensethik lehrt er als Dozent an verschiedenen Hochschulen in Süddeutschland. In seiner Westentasche steckt darüber hinaus das Diplom eines Orchestermusikers (Horn).
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Dr. Armin H. Kutscher
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Kommentare, Kritik und Lob können Sie direkt an ihn senden:
E-Mail kutscher@kutscher-partner.de.
Im ersten Beitrag geht es um Philosophie.
Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen!
Ihr Adrian Peter (Verwaltungsratspräsident der USG AG) |
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Business-Philosophie mit Schnupfen
Geben Sie in der Suchmaschine Google „Unternehmensphilosophie“ ein, und Sie bekommen knapp eine Million Treffer. Wenn Sie dann die einzelnen Beiträge anklicken ist das, was Sie zu lesen bekommen, meist eine seichte Ansammlung von Verhaltensrichtlinien für die Mitarbeiter, das Postulat einer so genannten Unternehmenskultur.
Mit dem Wort „Philosophie“ schmücken sich viele: Unternehmen genauso wie PR-Agenturen, Behörden und Vereine. Alle geben an, sie hätten diese „ganz allein“ entwickelt. Das würde diese Philosophie so „authentisch“ machen. Na ja, ein Schnupfen ist authentischer.
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Halbgebildetes und Nachgegoogeltes
Was auf Websites und in Imagebroschüren als Unternehmensphilosophie herumgereicht wird, ist meist in seiner Banalität und Dummheit kaum zu überbieten: Kundenorientierung, Respekt, Verantwortung, Integrität, Kultur, Innovation und andere platte Selbstverständlichkeiten. Begriffshüllen, auf den ersten Blick lecker zugerichtet und so anregend wie Windbeutel: weil Luft.
So oft Sie aber etwas Halbgebildetes oder Nachgeplappertes über Philosophie aus den Unternehmenszentralen, den Werbe- und Textagenturen hören, so wenig hat das mit Philosophie zu tun. Mehr zum Thema Philosophie erfahren Sie, wenn Sie auf diesen Link klicken. |
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Was ich als Schweizer
an den Deutschen liebe und hasse:
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| Ich liebe die Beermannstrasse und das Taco No 6, weil man da bei Jens und Thomas für wenig Geld so wunderbar fein essen kann. Aber ich hasse es, dass selbst schrottigst aussehende Fahrräder direkt vor der Kneippe geklaut werden – mein Sohn studiert da und ich musste ihm schon drei Fahrräder kaufen! Ich liebe das deutsche Reinheitsgebot beim Bier und hasse, wie dasselbe Bier von den Deutschen dann mit Sprite, Fanta und weiss Gott was verradlert und verunreiniget wird. Ich hasse die Begrüssung zur Mittagszeit: „Mahlzeit!“ Ich sage dann immer: „Ja, danke gleichfalls!“ Ich hasse die deutsche Obrigkeitsgläubigkeit, was das reine Gewissen bei den überrissenen Steuerzahlungen angeht und dann besonders das Jammern darüber. Ich liebe die deutschen Schnittchen, Stullen oder belegten Brote, ja überhaupt das Brot, und ich hasse die pothässlich aussehenden „Zwei-Eier-im-Glas“. |
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| Ich liebe Bulleten, Currywürste, Weisswürste und Scholle Finkenwerder Art mit Gurkensalat, Bratkartoffeln und Jubi. Ich hasse es, wenn die Deutschen den Schweizer Dialekt nachahmen: „Grüzi, Grüzi, ich ka auch schon ein bisseli Schwiizertütsch ... Chuchichäschtli ... Ha, ha, ha.“ Und ich lache, wenn von „Verhüterlis“ die Rede ist und ärgere mich über den Sprachunverstand, der „Schianti“ statt „Kianti“ sagt, „Mallorka“ statt „Majorka“, „Gallllardo“ statt „Gaiardo“ usw. usw. Ich schätze die enormen Anstrengen, die in den letzen Jahrzehnten in der deutschen-Küche unternommen wurden: Chez Robert in Düsseldorf, Frühsammers Restaurant in Berlin, Jacobs Restaurant in Hamburg, um nur ein paar Perlen zu nennen. Schliesslich habe ich ja 12 Jahre in Deutschland gelebt, als Creative Director, Drehbuchautor und Journalist gearbeitet und die deutsche Gründlichkeit schätzen gelernt, die die schweizerische Pünktlichkeit so toll ergänzt. Ja, und deswegen gibt es uns seit einem Jahr auch in Germanien, und zwar in Sindelfingen bei Stuttgart: www.usg-stuttgart.de. Allerdings vermisse ich am Abend in Sindelfingen das Schumann’s in München! |
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