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USGs Babylon Nr. 41 03.02.10
Offizielles Publikationsorgan der USG AG zur Lösung nachbabylonischer Sprachprobleme
Direkt von der Sprachenfront:
Neues, Witziges, Unglaubliches und Bösartiges
Guten Tag liebe Leser

Das ist der etwas andere Newsletter der USG AG, direkt von der Sprachenfront.


ACHTUNG ABMELDEN
Sprecken Teutsch?

Wer eine Kultur verstehen will, muss die jeweilige Sprache sprechen, denn diese ist das Fenster zur Seele einer Gesellschaft. Ohne die Sprache gelangt man bestenfalls zu einem sehr oberflächlichen Verständnis eines Volkes. Wer also die Deutschen verstehen will, muss erst den Umgang mit ihrer Sprache verstehen – und das kann ganz schön anstrengend werden.

 

Denn im Deutschen gibt es gleich drei verschiedene Genera bzw. grammatikalische Geschlechter: das Maskulinum, das Femininum und Neutrum. Dazu gibt es Regeln, aber die helfen auch nicht wirklich weiter, denn es gibt fast so viele Ausnahmen wie Regeln. Kommt hinzu, dass man, je nach dem Fall, in welchem das Substantiv steht, auch den Artikel verändern muss.

Nominativ der die das die
Genitiv des der des der
Dativ dem der dem den
Akkusativ den die das die
Und so sieht die gleiche Tabelle im Englischen aus:
Nominativ the the the the
Genitiv the the the the
Dativ the the the the
Akkusativ the the the the

Mit anderen Worten: Im Deutschen gibt es 16 verschiedene Möglichkeiten, „the“ zu sagen sowie 32 verschiedene Adjektivendungen, während es im Englischen nur eine einzige gibt.

 

Im Englischen wird, wenn etwas im Plural steht, einfach ein „s“ an den Singular gehängt. Also „Bratwurschts“ und nicht „Bratwürste“. Wir Deutschen machen uns das Leben gerne selbst schwer: Ein Plural-„s“ können wir manchmal auch dranhängen, aber genauso gut ein „e“, zwei Pünktchen irgendwo in der Mitte des Wortes, ein „er“ oder „en“ oder halt gar nichts, allerdings muss man auch noch auf den Fall aufpassen, den man verwendet, denn im Dativ ändert sich die Pluralform schon wieder. Man gewöhnt sich halt an „allem“, auch an „dem Dativ“. Aber es kommt noch besser: Bei jedem Verb muss man wissen, wie man es für „ich“, „du“, „er“, „sie“, „es“, „wir“, „ihr“ und „sie“ konjugiert. Dazu gibt es noch ein paar Zeiten die gepaukt werden müssen: Präsens, Imperfekt, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur sowie die Modi Konjunktiv I und II.

 

Der langen Rede kurzer Sinn? Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf. Lassen Sie uns das alles machen, wir kennen 33 Sprachen auf Komma, Punkt und Strich und redigieren auch Ihre Texte auf Deutsch! Punkt.

 

 

Kaminskis Klartext:
Neulich im Airport Club Frankfurt vor der GWA
„Internationale Kampagnen, eine Herausforderung für die Werber?“ referierten wir am 4. Februar vor dem Forum des Gesamtverbands der Kommunikationsagenturen Deutschlands in Frankfurt.
Krise kommt von Griechisch
κρiσις (krisis) und hat mit Katastrophen erst einmal gar nichts zu tun, sondern meint ursprünglich die Urteilsfähigkeit, die man braucht, um in einer brenzligen Situation zu einer guten Entscheidung zu kommen.

Für wen krisis allerdings ein Fremdwort bleibt, dem blüht dann aber doch die Katastrophe. Ein Beispiel? In Amerika nannte man den agilen und schnellen VW-Golf GTI "Turbo-cojones", worunter sich die Englisch sprechenden Amerikaner Mut und Kühnheit vorstellten. Nicht so die Spanisch sprechenden Amerikaner, für die das schlicht und schlecht fahrende "Turbohoden" waren. Krise. Die Plakate wurden entfernt.

 

Krisenfest wäre der GTI gefahren, wenn man gleich auf eine stilistisch stichhaltige Übersetzung gesetzt hätte. Die wird dann aber nicht in Indien angefertigt, sondern von westeuropäischen Übersetzern mit Uniabschluss und Erfahrung, am besten noch mit einer zusätzlichen Ausbildung als Texter. Ideal ist es dann, wenn den Übersetzern bei der Arbeit an aufwändigen Prospekten und Broschüren mit kniffligen Headlines noch ein Creative Director, also ein waschechter Werbefachmann über die Schulter schaut. Denn eines ist klar: Nur eine absolut passgenaue Sprache kann die Spitzenqualität deutscher Produkte glaubhaft in aller Welt vertreten und verkaufen. „Wünschenswert, aber das ist viel zu teuer“? „Ist gar nicht zu haben“? Meinen Sie? Sie täuschen sich: Eine kleine schweizerisch-schwäbische Übersetzungsagentur mit über 100 erprobten, festen wie freien Mitarbeitern hält diese hohen Qualitätsansprüche konstant ein, und das seit über 30 Jahren. Seit fast einem Jahr gibt es USG nun bereits in Deutschland und viel Lob aus kundigem Mund zeigt uns, dass wir mit unseren Qualitätsmaßstäben zwar quer im deutschen Marktgeschehen stehen, aber krisenfest sind.

 

 

Schwiizertütsch für Deutsche

Nachdem die SDF, die Schwiizerisch-Deutsche-Freundschaft, wieder einmal mehr durch den Datenklau auf die Probe gestellt wird, möchte ich das aus meiner Sicht etwas relativieren. Ohne die Deutschen gäbe es wahrscheinlich keine Schweiz – aber ohne die Schweiz hätte Deutschland noch grössere Probleme! Seit Napoleon und der französischen Revolution ist die Schweiz so etwas wie ein geschütztes Naturreservat, in dem alles überleben kann, was in Deutschland bedroht war und ist: Menschen, Ideen, Kapital und Institutionen. Die Vorgänger von Peer Steinbrück und Hans Eichel kamen alle in die Schweiz, weil der Reichskanzler Bismarck seinerzeit die SPD verbot. Doch zur Sprache:

Noch bis ins 18. Jahrhundert bezeichneten sich die Eidgenossen als „Oberdeutsche“ – ohne jeden Hintergedanken! Der eidgenössische Zusammenhalt war allerdings nie ethnisch oder national geprägt, sondern politisch und kommerziell. Das Gedankengut der Demokratie kommt von den Piraten und die Schweizer verstanden sich als eine Art Alpenpiraten, die aber im Grunde ihres Herzens nur frei sein wollten und keine „Herren“ duldeten. Im Gegensatz zu Deutschland macht in der Schweiz der Bürger die Gesetze und nicht der Staat. Deshalb unterscheiden wir auch zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung, was für einen Deutschen nicht nachvollziehbar ist. Unser Verhältnis zum Staat ist komplett anders. Der Bürger ist der Staat und seine Amtsträger sind die Angestellten der Bürger. Diese feinen Nuancen prägen auch ein gewisses Selbstbewusstsein der Schweizer, trotz ihrem immer kleiner werdenden Sprachminderwertigkeitskomplex.

 

Das Schwiizertütsch ist ein mittelhochdeutscher Dialekt, der sich seit dem 15. Jahrhundert nur unwesentlich verändert hat. Und das ist eben typisch schweizerisch: Neutralität durch Abwarten und Nichtstun! Während sich im Norden das Neuhochdeutsche ausbreitete, babbelten die Schweizer ihr Alemannisch weiter und lernten gleichzeitig das Hochdeutsch dazu und machten es zu ihrer Schriftsprache. Und dass die schweizerischen Politiker und Radiosprecher das Hochdeutsche so schlecht sprechen, hat Methode. Noch heute macht sich ein Schweizer in der Schweiz unmöglich, wenn er zu gut Hochdeutsch spricht, während ein akzentfreies Englisch oder Französisch als schick gilt. Wer astreines Deutsch spricht ist suspekt (kein Pirat halt), denn wir gehören nicht zum Reich! Diese Schweizer Identität und Differenzierung ist Jahrhunderte alt und will nur ausdrücken: Wir sind frei und wir bestehen drauf! Das ist sympathisch, wenn auch nicht ganz uneigennützig.
Nun will ich hier nicht moralisieren, wenn es im Fall von Datenklau um Interessenpolitik und um schmierige Deals geht. Die schweizerische Regierung wollte die windelweichen UBS-Aktien auch steuerfrei auf den Cayman Islands platzieren – das muss man sich mal vorstellen. Und unser Oberkaspar, der Finanzminister Merz, hat stolz siebzehn neue Doppelbesteuerungsabkommen unterschrieben, leider aus Nachlässigkeit vergessen die Klausel einzubauen, welche die Amtshilfe bei Datenklau ausschliesst. Als Operettensänger wäre er wahrscheinlich erfolgreicher.

 

Wären wir Schweizer eine Grossmacht, würden wir wahrscheinlich unseren kleinen Nachbaren auch ab und an ein bisschen triezen und versuchen an die Kandare zu nehmen. Aber es wird der Tag kommen, an dem Frau Merkel und Herr Schäuble merken, wie wichtig die Schweiz für Deutschland ist, in ihrem verzweifelten Bemühen ihre zerrütteten Staatsfinanzen wieder ins Lot zu bringen. Aber der Staat als Ankäufer von Diebesgut, da verschlägt es jedem Piraten die Sprache. Mittlerweile arbeiten 250-Tausend Deutsche bei uns. Die meisten davon mit Hochschulabschluss und im besten Alter, zwischen 25 und 35, und das kommt daher, weil eine schlechte Politik die Menschen vertreibt, Frau Merkel. Punkt!
Ich selbst habe im „grossen Kanton“, wie wir Schweizer sagen, 12 Jahre gelebt und gearbeitet als Texter, Journalist und Drehbuchautor und die Deutschen in mein Eidgenossenherz geschlossen: Vor einem Jahr haben wir in Sindelfingen bei Stuttgart eine Filiale eröffnet (www.usg-stuttgart.de) und betreuen Kunden von Hamburg bis Lenzkirch. Von Saarbrücken bis Tirschenreuth und jetzt kommt’s:
Wir verstehen uns mit den Deutschen prächtig und problemlos! Darauf wollen wir einen lieben Dank dem Friedrich Schiller zukommen lassen, denn ohne diesen grossen Deutschen hätten wir kleinen Schweizer keinen Nationalhelden – nur einen leerfliegenden, mit Platzpatronen schiessenden Finanzminister.

 
 
Der Unterschied zwischen Mann und Frau,
gesponsert von der USG Übersetzungs-Service AG
"Caveman uf Schwiizertütsch" ist die Theater-Sensation des Monats!
Adrian Peter, Mitinhaber der USG AG und Verfasser des USG-Newsletters, ist seit vielen Jahren ein Freund des Theaters am Käfigturm und möchte deshalb USG-Kunden und Babylonleser einmal nicht nur einen Artikel lang, sondern einen ganzen Abend lang auf Schwiizertütsch unterhalten.
In dem testosteronschwangeren Stück über einen Neandertaler werden Tabus und Herzen gebrochen. Wer nicht das Schmalbrüstige, sondern das Wollüstige sucht, ist hier gut aufgehoben und herzlich eingeladen.

In Bern gibt es in der Vorstellung vom 6. März noch einige freie Plätze! Und wir, die USG AG, sponsern unseren Lesern 12 Eintritte. Anmelden per E-Mail genügt. Sollten mehr als 12 Anmeldungen eingehen, zählt das Timing: Wer zuerst schreibt, lacht als erster! Beginn der Vorstellung 20.00 Uhr.

 

 

 

 

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