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USG Babylon Nr. 36 01.10.09
Offizielles Publikationsorgan der USG AG zur Lösung nachbabylonischer Sprachprobleme
Direkt von der Sprachenfront:
Neues, Witziges, Unglaubliches und Bösartiges
Guten Tag liebe Leser

Das ist der etwas andere Newsletter der USG AG, direkt von der Sprachenfront.


ACHTUNG ABMELDEN
Ganz schön spanisch, das Chinesisch
Peking hatte die Olympischen Spiele 2008. Shanghai ist die modernste Stadt Chinas. Kanton hat die berühmtesten Universitäten. Und Hong Kong hat englische Wurzel
In allen vier Städten werden unterschiedliche Sprachen gesprochen und nicht, wie wir meinen, unterschiedliche Dialekte derselben Sprache. Die Unterschiede zwischen ihnen entsprechen bei uns etwa jenen zwischen Englisch und Französisch oder Italienisch und Finnisch! Es gibt eine Schriftsprache, und die nennt sich Mandarin, doch auch sie hat es in sich: Mandarin kennt nur die Infinitivform der Verben, sonst nichts: keine Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Keinen grammatischen Kasus, keinen Genus. Aber es kommt noch dicker, wenn Sie in China Fuss fassen wollen: Firma A will das Produkt B in China herstellen. Teil X hier, Teil Y dort, Teil Z da. Überall werden verschiedene Sprachen gesprochen. Also braucht es Übersetzer, die alle drei Sprachen verstehen. Und sowohl Englisch als auch die Pinyin-Schrift, die offizielle chinesische Umschrift in lateinische Buchstaben, kennen. Nur so ist eine Verständigung auch innerhalb Chinas möglich.
Einige weitere knifflige Beispiele gefällig? Das Wort für „Strasse“ ist in China „lù“, je nach ihrer Grösse auch „dà dào“. Weiter: „Guten Tag“ heisst zwar „ni hao“, aber nur dann, wenn man eine einzelne Person begrüsst – mehrere Personen spricht man mit „ni men hao“ an. Eine einzelne Respektsperson hingegen darf, vor allem in Nordchina, ein „nin hao“ erwarten. Und jetzt fragen Sie sich zu Recht, wie man es als europäische Firma schafft, mit den Chinesen zu kommunizieren, wenn zudem noch für das gleich geschriebene Wort – je nachdem wie man es betont – vier verschiedene Bedeutungen möglich sind. Antwort: Fragen Sie einfach uns. Seit über 30 Jahren übersetzen wir in 33 Weltsprachen.

 

Politisch inkorrekte Übersetzungen
werden zur Sprach-Bombe!
„Israel muss von der Landkarte ausradiert werden“ ist eine falsche oder zumindest eine ungenaue Übersetzung, die von IRIB News verbreitet und Mahmud Ahmadinedschad in den Mund gelegt wurde. Der iranische Präsident sagte am 26. Oktober 05 folgendes: „In rhezim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad.“ Was korrekt übersetzt heissen müsste: „Dieses Regime, das Jeursalem besetzt hält, muss Geschichte werden.“ Es geht also nicht um Israel, sondern um die israelische Regierung. Wir übersetzen nur politisch korrekte Texte in 33 Weltsprachen.

 

Kaminskis Klartext: Corporate Wording
Das Zauberwort heißt heute nicht mehr CI (nachdem das jetzt alle seit 10 Jahren gepredigt haben), sondern CW: Corporate Wording!
CW sorgt für ein einheitliches sprachliches Auftreten des Unternehmens nach außen. In größeren Firmen wird der Schriftverkehr mit Kunden, Lieferanten, Behörden und Medien von mehreren Personen mit unterschiedlichem Wortschatz, Schreibstil und Gestaltungsempfinden geführt. Also so, dass der Buchhalter trotz modernster CI immer noch unter seine Briefe schreibt: „Wir hoffen auf ersprießliche Zusammenarbeit und deshalb verbleibe ich mit sonnigen Grüßen, Ihr Berthold Zahlmeister“.

Zu Weihnachten unterschreibt er dann mit „tannigen“ Grüßen und zu Ostern gibt’s was auf die Eier. Auf den Punkt gebracht: Unternehmenssprache muss konsequenter werden, aber auch persönlicher, um beim Leser den richtigen Nerv zu treffen: Autsch!

Es ist klar, dass als erster Schritt eine einheitliche Terminologie für das CW sichergestellt werden muss. Ebenfalls muss die Schreibweise von unternehmenstypischen Vokabeln geklärt und in Stein gemeißelt werden: Firmennamen mit oder ohne Unternehmensform? Artikel oder nicht? Dasselbe gilt für Produktnamen, Fachwörter und andere firmenspezifische Bezeichnungen, über die es sich lohnt nachzudenken: Also „Inbusschraube“, „Madenschraube“ oder „innenliegende Sechskantschraube“? Wir schlagen in diesem Fall ein "Unternehmenswörterbuch" vor, weil die schriftliche Fixierung die gröbsten Schnitzer verhindert.

Doch welche Tonalität soll eine Zahlungserinnerung haben? Soll sie so klingen wie eine Angebotslegung, oder doch ein bisschen schärfer? Sollen Antwortschreiben auf Kundenbeschwerden und Messeeinladungen im Dackelblick-Stil oder in militärischem Stakkato verfasst sein ? Oder gar im gehobenen Plauder-Stil? Alle diese Fragen können wir Ihnen beantworten!

Anders rum: Die Sprache des Schriftverkehrs muss zu den Werbeaktivitäten, der Art und Qualität der Produkte und der Öffentlichkeitsarbeit Ihres Unternehmens passen. Nur so kommt Ihr Unternehmen, kommen Ihre Produkte und Dienstleistungen beim Kunden und in der Öffentlichkeit glaubhaft rüber.

Langer Rede kurzer Sinn: Wir helfen mit, Ihnen ein Grundgerüst für Ihre Briefe, Angebote und Weiß-Gott-Was zu erstellen. Egal von welcher Abteilung Ihr Kunde ein Schreiben bekommt, es herrscht ein Stil vor, der als Stil des Hauses erkannt wird.

Noch Fragen? Rufen Sie mich einfach an: +49 70 31 492 80 80

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